R a s s e n b e s c h r e i b u n g

Herkunft: Frankreich
Grösse: Rüden und Hündinnen 55 bis 60 cm; 2 cm Toleranz nach oben und unten sind erlaubt.
Farben: Schwarz-Grau; grau meliert.

Wissenswertes: Wie der Epagneul Picard stammt auch diese Rasse aus der nordfranzösischen Landschaft Picardie. Entstanden ist sie aus einer Farbmutation des Epagneul Picard. Die Behauptung, Gordon Setter währen mit eingezüchtet, trifft nicht zu, da dem Bleu Picard die lohfarbenen Abzeichen völlig fehlen.

Schon 1512 wurden schwarze Epagneuls erstmalig urkundlich erwähnt. König Ludwig XII. bedankte sich in einem Brief für zwei Bleu Picards. Die Rasse musste durch ihre jagdlichen Fähigkeiten herausgestochen haben, denn eigentlich wollte man wie heute auch noch keine schwarzen Jagdhunde. Deshalb hat man im Namen die Bezeichnung „Bleu“ gewählt.

In Frankreich finden sich zwei Linien der Rasse. Die nordfranzösische Linie ist dem Epagneul Picard sehr ähnlich, die südfranzösische ist wesentlich feingliedriger.

Der Bleu Picard zeichnet sich unerschütterliche Ruhe und seine grosse Jagdpassion aus. Er besitzt dieselben vielseitigen Eigenschaften wie Epagneul Picard und Epagneul Français. Besonders ausgeprägt ist bei dieser Rasse die Schärfe. Er ist ein angenehmer und freundlicher Familienhund und ein ruhiger Hausgenosse.

Der Bleu Picard besticht durch seine äusserst aparte Erscheinung, da er eben diese für Jagdhunde ungewöhnliche Färbung besitzt. Selbst in Frankreich ist diese Rasse bis heute noch relativ selten, gewinnt aber allmählich an Popularität.
R a s s e n s t a n d a r d

FCI-Standard Nr. 106 / 29.03.1996 / D
B L A U E R P I C A R D I E - S P A N I E L
( E p a g n e u l b l e u d e P i c a r d i e )
URSPRUNG: Frankreich.
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL-STANDARDES: 24.O6.1987.
VERWENDUNG: Vorstehhund.
KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 7 Vorstehhunde
Sektion 1.2 Kontinentale Vorstehhunde, Typ "Spaniel"
Mit Arbeitsprüfung

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD
Recht bodennaher Hund; gut für die Arbeit geeigneter Körperbau. Seine Gesamterscheinung ist deutlich die des Epagneul Picard.

KOPF
Nase: Nasenschwamm breit und gut geöffnet.
Nasenrücken: Lang und recht breit.
Lefzen: Lefzen breit und gut überhängend; sie machen den Fang deutlich quadratisch.
Stop: Mäßig, aber markiert.
Schädel: Oval, relativ breit, ohne hervortretendes Scheitelbein, leicht sichtbares Hinterhauptbein.
Augen: Ruhig im Ausdruck; dunkel, groß, gut geöffnet.
Behang: Etwas oberhalb der Augenlinie angesetzt und ziemlich dick; mit schönem gewelltem Seidenhaar rahmen sie den Kopf ein; in Längsrichtung gezogen, muß der Behang deutlich bis zur Fangspitze reichen.
Hals: gut abgesetzt; eine sehr leichte Wamme ist zulässig.

VORDERE GLIEDMASSEN
Schulter und Oberarm: Leicht schräg.
Unterarm: Kräftig und gut bemuskelt.
Pfote: Rund, etwas breit, aber nicht platt; reichliches Haar zwischen den eng aneinanderliegenden Zehen.

RUMPF
Brust: Von gut mittlerer Tiefe.
Rippen: Harmonisch gewölbt und bis auf Ellenbogenhöhe herabreichend.
Rücken und Lende: Nicht zu lang, fest.
Kruppe: Eher ein wenig abgeschlagen.

HINTERE GLIEDMASSEN
Oberschenkel: Gut bemuskelt.
Unterschenkel: Lang und reich befranst.
Sprunggelenk: Ohne Übertreibung gewinkelt, mit Fransen vom Sprunggelenk bis zu den Pfoten.
Pfote: Rund, etwas breit aber nicht platt; reiches Haar zwischen den eng aneinanderliegenden Zehen.
Rute: Sie reicht nicht merklich über das Sprunggelenk herab und bildet keinesfalls einen Haken.

HAARKLEID
Haar: Glatt oder leicht gewellt; reiche Fransen an Rute und Gliedmassen.
Farbe: Grauschwarz getüpfelt, so daß das Haar bläulich mit schwarzen Flecken erscheint.

GRÖSSE
Rüden messen am Widerrist 57 bis 60 cm, Hündinnen etwas weniger.
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muß als Fehler betrachtet werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

FEHLER
Schädel: Zu schmal - fehlende Ziselierung.
Fang: Spitz.
Auge: Hell oder zu klein.
Behang: Kurz, zu hoch angesetzt und zu dünn.Pfote: Platt, durchgetreten oder zu breit.
Brust: Zu runde oder zu flache Rippen.
N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, welche sich vollständig im Hodensack befinden.