Epagneul de Saint Usuge

Der Épagneul de Saint-Usuge ist eine alte französische Vorstehhundrasse aus der Region Bresse, die zwischen Burgund und dem Jura liegt, im heutigen Département Saône-et-Loire östlich von Mâcon. Namensgebend ist das kleine Dorf Saint-Usuge. Bereits im 16. Jahrhundert wurde dieser spezielle Hundetypus auf Gobelin-Wandbehängen in verschiedenen Schlössern in Avignon und im Papstpalast dargestellt.

Geschichte

1838 wies Baron de Reculat in einer Jagdzeitung erstmals schriftlich auf diesen regional vorkommenden Hund hin. 1936 wurden einige Hunde der Rasse auf einer Ausstellung in Louhans gezeigt, danach verlor sich für lange Zeit jede Spur von ihr. Nahezu verschwunden war der Saint-Usuge Spaniel nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die Rettung der Rasse ist im Wesentlichen einer Person zu verdanken: Pater Robert Billard (1912–2000), der sich an den Hund seiner Kindheit erinnerte, die Hündin „Poupette" erwarb und eine planmäßige Zucht begann. 1978 übergab er sein Lebenswerk an den Förster Serge Bey, durch dessen Bestreben 1990 der Club de l'Epagneul de Saint-Usuge in Frankreich gegründet wurde. Ein Jahr später, 1991, wurde der Rassestandard von 1936 überarbeitet.

Seit 2003 ist die Rasse von der französischen Société Centrale Canine (SCC) national anerkannt, die sie der FCI-Gruppe 7, Sektion 1.2 zuordnet und für sie eine Arbeitsprüfung vorschreibt. Eine internationale Anerkennung durch die FCI selbst steht bislang noch aus – der Épagneul de Saint-Usuge gilt daher weiterhin als seltene, im Aufbau befindliche Rasse.

Merkmale der Rasse

Erscheinungsbild: Der Épagneul de Saint-Usuge zählt zu den kleineren französischen Vorstehhunden. Rüden erreichen eine Schulterhöhe von 45 bis 53 cm, Hündinnen von 41 bis 49 cm, das Gewicht liegt zwischen 13 und 23 Kilogramm. Optisch weist er Ähnlichkeiten zum deutschen Kleinen Münsterländer auf.

Fell und Farbe: Typisch sind lange, hängende Behangohren und ein mittellanges, leicht gewelltes Fell, meist in Weiß-Braun gescheckt oder getupft.

Wesen: Der Épagneul de Saint-Usuge gilt als Hund für Jagd und Familie mit einem sanften und zugleich energiegeladenen Wesen. Er ist kinderlieb, gutmütig und gut sowohl als Familien- wie auch als Jagdhund zu halten, braucht dabei aber viel Auslauf. Zusätzlich wird ihm ein ausgeprägter Appetit nachgesagt.

Jagdliche Eigenschaften: Ursprünglich wurde die Rasse zur Schnepfenjagd in schwierigem Gelände gezüchtet; heute wird sie vielseitig als Vorstehhund auf Haar- und Federwild, am Wasser wie im Feld eingesetzt. Sie gilt als vielseitig, gehorsam, mit guter Nase und robust.

Gesundheit: Die Rasse gilt allgemein als robust, kann aber für bestimmte Erbkrankheiten anfällig sein – so wurde Hüftgelenksdysplasie festgestellt, die das Risiko einer Hinterbeinlahmheit birgt. Die langen, hängenden Ohren begünstigen zudem Ohrenentzündungen, weshalb regelmäßige Kontrollen wichtig sind. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei etwa 12 bis 14 Jahren.